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Resümee Frankfurter Buchmesse 2017

Hallo Ihr Lieben!
Die Frankfurter Buchmesse ist nun vorbei und es ist Zeit für ein kleines Resümee.
Es war mein erstes Mal auf der Messe und auch das erste Mal, dass ich mehrere Tage komplett allein unterwegs war.
Eins vorweg, damit meine Erfahrungen auch richtig gedeutet und verstanden werden. Ich bin eine extrem introvertierte Person. Ich habe große Scheu auf fremde Menschen zuzugehen und sie anzusprechen. Meine Hemmschwelle ist in sämtlicher Hinsicht überdurchschnittlich hoch. Es war für mich eine große Überwindung diese mehrtätige Reise alleine anzutreten. Meine Schüchternheit verweigert es mir neue Kontakte zu knüpfen. Trotzdem habe ich es geschafft eine Handvoll neue Leute kennen zu lernen.

Ich hatte mich recht gründlich auf die Buchmesse vorbereitet indem ich mehrere Male den kompletten Veranstaltungskalender durchging und immer wieder neue Sachen hinzugefügt habe und auch andere wieder gestrichen. Schon am ersten Tag erwies sich dies als vertane Zeit. Während ich so durch die Hallen schlenderte und erstmal alles entdeckte, verpasste ich schon die ersten Veranstaltungen auf meinem Plan. Aber das machte nichts. Die wichtigsten Veranstaltungen habe ich geschafft wahrzunehmen. An vielen Ständen entdeckte ich Neues, doch war ich auch etwas enttäuscht, gerade von den „großen“ Verlagen hatte ich mir was Anderes vorgestellt. Die meisten ausgestellten Bücher waren mir schon aus den Vorschauen bekannt und die meisten auch schon erscheinen und somit nicht wirklich interessant für mich. Ich hatte mir vorgestellt, dass auf der Messe exklusive Bücher gezeigt werden, welche, die noch nicht in den Vorschauen zu finden sind. Trotzdem fand ich unter den ausgestellten Büchern noch den ein oder anderen Schatz und meine Wunschliste wuchs ins unermessliche.

Am ersten Tag schaffte ich es nur zu einer geplanten Veranstaltung. Dabei ging es um „Blogger und Buchhändler als Partner“. Eine wirklich interessante Diskussion, die über mögliche Kooperationen berichtete und auch Denkanstöße lieferte. Danach wollte ich noch zu der Veranstaltung „Literaturkritik im Netz“ am Stand von linity. Leider war dies nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. In einem Stand mit ca. 4-5 qm quetschten sich 4 Leute, davor eine Kamera, die alles aufzeichnete. Als Zuschauer stand man mitten im Gang, wurde ständig vorn vorbeilaufenden angerempelt und gehört hat man auch nichts. Nach kurzem warten verließ ich dann diese Veranstaltung und schlenderte weiter.
Es war ein komisches Gefühl zwischen all den Businessleuten über die Buchmesse zu gehen. Die meisten hatten Anzüge und Kostüme an, begrüßten sich freundschaftlich und hielten Meetings ab. Man stach heraus. Aber auf eigenartige Weise machte es mir dort nicht ganz so viel aus, wie es das anderswo getan hätte. Die Liebe und Begeisterung zu Büchern verbindet uns über alle Grenzen und das spürte man.

An Tag zwei hatte ich zwei sehr interessante Veranstaltungen. Zuerst nahm ich an der Diskussion über „Blogger-Relations richtig gestalten“ teil. Diese war für mich sehr aufschlussreich und ich konnte einiges für die Zukunft mitnehmen. Unter anderem habe ich dort erfahren, dass einige Verlage mittlerweile einen Kriterienkatalog online gestellt haben zum Thema Zusammenarbeit mit Bloggern und Rezensionsexemplare für Blogger. Ute Nöth vom Carlsen-Verlag machte deutlich, dass es wichtig ist für Verlage, dass der Blogger als Person auch deutlich sichtbar ist. Dieser Punkt nagte etwas an mir. Ich wollte eigentlich immer als Privatperson meinen Blog betreiben und nicht zu einer öffentlichen Person werden, so wie es mittlerweile die „großen“ Blogger schon sind.
Die nächste Veranstaltung war für mich persönlich eine der wichtigsten und erfolgreichsten. Beim Literaturcamp Heidelberg wurde ich mit offenen Armen empfangen. Man erklärte mir kollektiv das Konzept des Literaturcamps und nahm mich an die Hand, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. Dort lernte ich sogar einen jungen Autor aus meiner Heimatstadt kennen mit dem ich gemeinsam die Heimreise antrat. Das Konzept des Literaturcamps finde ich klasse und ich werde mich definitiv für das nächste Jahr anmelden. Vielleicht sogar auch schon etwas vorbereiten.

Freitags habe ich mich dann mit einer neuen Bekanntschaft zum Buchblogaward verbredet. Nach der Preisverleihung verabschiedeten wir uns wieder und ich besuchte die Veranstaltung „Blogger Future Place 2017“. Diese Veranstaltung verfolgte ich mit gemischten Gefühlen. Eins der Hauptthemen war die Monetarisierung von Blogs und die Vorstellung einer neuen Internetseite, wo man als Blogger seine Dienste gegen Geld anbieten kann. Natürlich wäre es nicht schlecht, wenn für die Mühe, die man sich macht, auch mal was abfallen würde. Trotzdem finde ich sollte es kein zu verfolgendes Ziel sein als Blog zum Dienstleister zu werden. Zumindest nicht, wenn man mit Herzblut bei der Sache ist.
Gerade für mich als „neue, kleine“ Buchbloggerin machte es den Anschein als gäbe es Grüppchen unter den Buchbloggern, was mich unheimlich abschreckte mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
An diesem Abend humpelte ich schnurstracks zum Drogeriemarkt und gab dort ein kleines Vermögen aus, um meine geschundenen Füße zu verarzten. Schon früh legte ich mich ins Bett, völlig überwältigt von den Eindrücken und Informationen, die ich in den letzten drei Tagen gesammelt hatte.

Der Samstag war für mich ein Faulenzertag. Erst spät ging ich zur Messe, um dort nach 1 Stunde wieder zu verschwinden. Die Menschenmassen waren unerträglich. Als 1,53 m kleiner Zwerg trafen mich ständig Ellenbogen und Taschen im Gesicht, Rollkoffer überfuhren meine von Blasen übersäten Füße. Also fuhr ich mit der Bahn ins Zentrum und setze mich dort ans Mainufer. Mit Entsetzen stellte ich abends fest, dass ich, die für mich am wichtigsten Veranstaltungen verpasst hatte. Es waren alles Veranstaltungen die mein Studium oder das danach folgende Berufsleben zum Thema hatten. Trotzdem war dieser freie Tag dringend notwendig und ich beruhigte mich mit dem Gedanken, dass nächstes Jahr bestimmt ähnliche Veranstaltungen stattfinden werden.

Erholt startete ich in den letzten Tag der Messe. Die Menschenmasse war schon deutlich geringer als am Vortag. Noch einmal schlenderte ich durch die Hallen und kaufte mir auch hier und da noch etwas, steckte Lesezeichen und Kataloge ein. Es war ein ruhiger entspannter letzter Messetag für mich und ich bereitete mich schweren Herzens mental darauf vor aus der Bücherwelt auszutreten und wieder in die reale Welt einzutreten.

Eins steht fest, auch 2018 bin ich wieder dabei, wenn die 70. Frankfurter Buchmesse ihre Pforten öffnet.

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